5 Argumente FÜR eine individuelle handgemachte Stoffpuppe:

1. Liebevolles Abbild des Kindes: Stärkung des eigenen Wesens, genderneutrale Erziehung, Puppen mit besonderen Merkmalen für kranke Kinder

Liebevoll von Euch für Euer (Enkel-/Paten-/inneres) Kind erdachte Puppen sind ein Abbild des liebevollen Blicks, den Ihr auf Euer Kind habt. Solch eine Puppe dem Kind an die Seite gestellt, stärkt es in seinem positiven Selbst-Bewusstsein und zeigt ihm: Ich bin gut und richtig und liebenswert, so wie ich bin.

 

Wenn wir in Kontakt wegen einer Wunschpuppe sind, versuche ich gern individuelle Wünsche/Ähnlichkeiten umzusetzen. Haar- und Augenfarbe können ähnlich wie die des Kindes gestaltet, sogar Leberflecken oder Feuermale können aufgemalt werden. Durch solche Ähnlichkeiten kann sich das Kind noch besser mit seiner Puppe identifizieren und im Spiel Erlebtes verarbeiten. 

 

Sehr gerne und immer häufiger nähe ich auch Puppen mit dunkler Hautfarbe für Kinder, deren Elternpaare afrikanischer/afro-amerikanischer und europäischer Abstammung sind.

 

Auch ein bestimmtes Wesen kann durch Nuancen im Gesichtsausdruck oder Farb- oder Materialwahl bei der Kleidung widergespiegelt und so liebevoll unterstützt werden. Manch einer möchte aber vielleicht auch lieber eine Puppe, die eine schwächer ausgeprägte Seite des Kindes stärkt und ermutigt (z.B: eine freche, rothaarige, sommersprossige Puppe für ein schüchternes, zurückhaltendes Kind). Ich finde es aber grundsätzlich am Wichtigsten, dem Kind zu vermitteln, dass es genauso wie es ist, gut und richtig ist.

 

Auch Puppen mit besonderen Merkmalen für kranke Kinder oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen sind möglich (z.B. Nävuspuppen, mit roten Flecken bei Gefäßerkrankungen, Puppen mit körperlichen Behinderungen, mit nur einem Auge und Pflaster etc.).

 

Besonders am Herzen liegt mir ebenso - aufgrund meiner eigenen spät entdeckte sexuellen Identität -, dass jeder Mensch sich von klein auf möglichst frei entwickeln kann, was seine sexuelle Orientierung und Geschlechterrolle angeht. Wir sollten unsere Kinder nicht von vornherein in vorgeformte Geschlechterrollen pressen, sondern sie liebevoll und zurückhaltend auf ihrem Weg der Herausbildung ihrer ganz eigenen sexuellen Identität begleiten.

 

Darum finde ich es schön, wenn eine Unisex-Puppe bestellt wird, die nicht den gängigen Klischees entspricht, was Mädchen oder Jungs mögen sollen. Warum nicht auch mal eine Puppe in rosa für einen Jungen oder ein freches Puppenmädchen mit einer kürzeren Frisur, in Jeans und klaren, kräftigen Farben für ein Mädchen? Wobei ich auch hier wieder wichtig finde, dass natürlich alles erlaubt sein darf, auch das, was auf dem ersten Blick dem "Klischee" bzw. Rollenbild entspricht, wenn es doch gefällt. Aber mir ist wichtig, für diese Offenheit und Freiheit im Denken zu sensibilisieren..

 

Mein Ziel ist dazu beizutragen, Diversität und Inklusion als Bereicherung unserer Gesellschaft zu erkennen.

2. Stoffpuppen sind nachhaltig und lehren Achtsamkeit

Meine Puppen sind stabile Freunde fürs Leben! Eine voller Achtsamkeit, solide genähte Puppe ist nachhaltig, sie ist ein Gegenpol zu unser heutigen Wegwerfgesellschaft. Sie unterscheidet sich grundlegend von einer industriell gefertigten Plastikpuppe als seelenlose Massenware. Eine handgefertigte Stoffpuppe lehrt uns, die Spuren des Lebens und der Liebe, die sie erfährt (wie verfilzte Haare, kleine Narben (gestopfte Löcher) oder Schmutzspuren, auch von mit Wundcreme behandelten Puppenpopos habe ich schon gehört ;-)), als Patina zu sehen und zu akzeptieren. Auch wir Menschen altern ja. Eine Stoffpuppe ist deshalb nicht gleich wertlos und muss weggeworfen werden. Ein gemeinsames Bad als "Event" gemeinsam mit dem Kind ist möglich (siehe meine Pflegeanleitung). Außerdem lässt sich vieles reparieren, was bei einer Plastikpuppe unmöglich wäre. An ihr können gerade kleinere Kinder auch achtsamen, sorgfältigen und liebevollen Umgang lernen, wenn die Eltern sie dazu anleiten.

Löcher können gestopft werden, verfilzte oder dünn gewordene Haare neu eingeknüpft, sogar ganze Arme oder Beine oder ein ganzer Körper kann neu angenäht werden. Köpfe können auch neu überzogen und mit neuem Gesicht bestickt und mit Haar versehen werden.

 

Puppenkinder können jederzeit zu mir in die Puppenklinik geschickt werden. Ich berechne den Aufwand nach Zeit und Material.

 

Kinder spüren den Unterschied.

3. Schadstoffbelastung der Kinder so gering wie möglich halten

Immer wieder erschrecken uns Berichte von Prüforganisationen über Schwermetalle und andere gefährliche Chemie in Kinderspielzeug, nicht zuletzt in Vinylpuppen!

 

Kinder müssen besonders geschützt werden - auch vor unsichtbaren Gefahren wie Schadstoffen und allergiesauslösenden Stoffen - daher lege ich besonders großen Wert auf qualitativ hochwertige Spielzeugmaterialien in schadstofffreier Qualität. Ich verwende wo nur irgend möglich Naturmaterialien in bio-fairer Qualität.

4. Puppen als Abbild des Menschen bilden menschliche Werte; Puppen für Erwachsene für die Arbeit mit dem "inneren Kind", um alte Wunden zu heilen

Puppen sind das älteste Spielzeug überhaupt. Als Abbild des Menschen lehren sie das Kind Menschlichkeit und Mitgefühl gegenüber seinen Mitmenschen und nicht zuletzt gegenüber sich selbst, wenn es sich liebevoll um die Puppe kümmert. Auch kann Erlebtes mit dem Puppenkind nachgespielt und dabei Gefühle wie Freude, aber auch Wut und Trauer ganz unbewertet durch Erwachsene verarbeitet werden.

 

 Auch für Erwachsene, die die Beziehung zu ihrem inneren Kind wieder herstellen und Wunden aus ihrer Kindheit heilen möchten, kann ein Puppenkind als Spiegel ihrer Seele ein hilfreicher Begleiter auf diesem Weg sein. Die Puppe verkörpert ihr inneres Kind - wenn sie sich liebevoll um die Puppe kümmern, tun sie ihrer eigenen Seele Gutes.

 

5. Stoffpuppen nach Waldorfart fördern die Phantasie

Der neutral gehaltene Gesichtsausdruck der Puppen lässt den entsprechenden Spielraum für die Phantasie, die Puppe kann je nach Spielsituation lachen oder traurig sein. Das Kind kann seine eigene Emotion in sie hineinlegen. Es wird nicht von einem Dauerlächeln angestrahlt, selbst wenn es sich momentan traurig fühlt. Dies erweitert seine Spieloptionen. (Hat es nicht an Eurer Plastikpuppe auch immer gestört, dass sie sofort die Augen zumacht, sobald man sie halb liegend im Arm hält?)